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Bergtour Großglockner über Stüdlhütte

Besteigung des höchsten Österreichischen Bergs über den Alten Kalser Weg

Der Großglockner ist eines der Ziele in den Ostalpen. Zu attraktiv erscheint es den höchsten Gipfel Österreichs zu besteigen.
Der folgende Tourenbericht zeigt den Südseitigen Aufstieg vom Lucknerhaus über die Stüdlhütte und die Adlersruhe auf den Großglockner.

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Toureninfos

Region: Österreich ⇒ Hohe TauernGlocknergruppe
Ziele: Großglockner, Kleinglockner
Höhenmeter: 1940
Länge: 9 Kilometer (einfach)
Wegbeschaffenheit: Wanderwege, Gletscher, Klettersteig, Fels-Eis-Klettern (II)
Schwierigkeit: Schwierigkeit 5 von 5
Anforderung Kondition: Anforderung4 von 5
Anforderung Orientierung: Anforderung 4 von 5
Anforderung Weg: Anforderung 5 von 5
Landschaft:Anforderung 5 von 5
Frequentierung: Frequentierung 5 von 5
Beste Jahreszeit: Juni bis September
Aufstieg: 7.00 Stunden
Abstieg: 5.00 Stunden
Bei dieser Tour handelt es sich um eine Mehrtagestour!
Bei dieser Tour handelt es sich um eine Hochtour!
Einkehr: Stüdlhütte, Erzherzog-Johann-Hütte
Karte:Zu dieser Tour ist keine Karte angegeben!
Tourist-Info: Nationalpark Hohe Tauern

Anfahrt

  • Mit dem Auto: von Deutschland über Kitzbühel, Mittersil durch den Felbertauerntunnel nach Osttirol. An Matrei vorbei bis kurz hinter Huben. Dort den Wegweisern zur Kalser Großglocknerstraße folgen. Diese beginnt hinter Kals am Großglockner und führt mautpflichtig bis zum Lucknerhaus.
  • Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Der nächste Bahnhof ist in Lienz. Von dort fährt ein Postbus zum Lucknerhaus.

Ausgangsposition des Berichts: Parkplatz am Lucknerhaus am Ende der Mautstraße

Tourenbericht

Wir parken am Ende der Mautstraße kurz hinter dem Lucknerhaus, überqueren den Ködnitzbach und folgen dem Forstweg nach Norden. In einer steilen Kehre gewinnen wir schnell an Höhe und einer dreiviertel Stunde ist, die erste Einkehrmöglichkeit erreicht.
Über einen nun ruhigeren Bergsteig wandern wir weiter nach Norden bis es am „Blauen Wandle“ in Kehren zu den Viehböden geht. Unter Beobachtung von Murmeltieren erscheint bald die renovierte Stüdlhütte hinter dem Fanatkogel.

Der weitere Anstieg zur Erzherzog-Johann-Hütte erfolgt zunächst noch über Schiefergestein, ehe wir die ersten Ausläufer des Gletschers erreichen. Nach Passagen mit durchnässtem Schnee und Wasserläufen bietet sich auf gut 3000 Meter eine Steinansammlung zum Anlegen der Gletscherausrüstung. In einem weiten Bogen steigen wir auf dem Ködnitzkees auf, bis wir den Rest des Ewigen Eises auf 3240 Meter wieder verlassen. Nach einem kurzen Drahtseil gesicherten Stück treffen wir auf gut 3300 Meter auf die Aufstiegsvariante Mürztaler Steig. Mit diesem Weg zusammen steigen wir zuletzt zur Erzherzog-Johann-Hütte auf.

Von der Schutzhütte steigen wir zunächst relativ flach über den Rest des Gletschers hinauf zum Glocknerleitl. Über diesen circa 35° steilen Gletscherhang erreichen wir den Fels des Kleinglockners. Zum Kleinglockner steigen wir zunächst über teils vereisten Fels hinauf. Teile sind mit Stahlseilen gesichert. Der Großteil muss frei oder durch Eigensicherung an Metallstangen bewältigt werden. Letzteres trifft besonders auf den Grat vor dem höchsten Punkt des Kleinglockners zu. Laut Literatur ist der Grat oft stark überwechtet, dies war bei uns jedoch nicht der Fall. Vom Kleinglockner steigen wir zunächst am Stahlseil hinab in die Obere Glocknerscharte hinab. Über einen 50 Zentimeter schmalen vereisten Übergang geht es die letzten Meter wieder hinauf zum Großglockner. Vor allem in der Scharte und am letzten Aufschwung herrscht dabei eine große Staugefahr, die bei Überlastung der vorhandenen Infrastruktur schnell gefährlich werden kann.

Abstieg entlang der Aufstiegsroute

Persönliches Fazit

Die Besteigung des Großglockners ist ein Erlebnis, welches nur schwer vergleichbar ist. Bei perfektem Wetter, wie wir es hatten, ist das Gefühl am höchsten Punkt des kompletten Horizonts zu sein einfach unglaublich. Allerdings findet dies auch Anziehung auf Ungeübte, die sich von Bergführern manchmal regelrecht den Berg hochziehen lassen.
Da der Großglockner einer der meist frequentiertesten Berge der Ostalpen ist und unsere Besteigung an einem Augustwochenende statt gefunden hat war uns bereits im vorhinein klar, dass wir nicht alleine sein werden.
Allerdings war deutlich zu erkennen wir unterschiedlich die Ambitionen der Bergsteiger waren. Auf der einen Seite waren Menschen wie wir, die aus eigener Kraft und Planung mit Bergerfahrung und Beurteilungsvermögen den Gipfel erreichen wollten. Auf der anderen Seite sind viele Menschen aus verschiedensten Ländern unterwegs, denen es nur darum geht einmal auf dem höchsten Berg Österreichs zu stehen. Die Mehrheit (nicht alle!) wurde von Bergführern eines Ortes am Fuße des Berges regelrecht hochgezogen. Diese überholten, obwohl alle Teilnehmer einen schlechteren Eindruck machten als wir, doch was soll man als Unerfahrener in 3.700 Meter Höhe schon machen, wenn einen der Bergführer um Biegen und Brechen hinauf schleift. Aus finanziellen Gründen kann man sagen: muss er ja, wenn er Mittag die nächste Gruppe im Tal abholen will. Dafür muss man eben auch in Kauf nehmen, die Teilnehmer dann wie Vieh zurück ins Tal zu treiben anstatt den Zahlenden Touristen den einmaligen Naturgenuss der Hohen Tauern zu ermöglichen.
Doch durch die Hektik dieser Gruppen entstanden bei unserer Begehung unnötige riskante Überholmanöver an exponierten Stellen, die zum Glück alle glimpflich abgelaufen sind.


Karte

Bilder

		Start am Lucknerhaus			Hinter der kleinen Lucknerhütte erhebt sich der Großglockner			Wegweiser			Stüdlhütte - super zum Mittagessen geeignet			Am Anseilpunkt mit Blick auf die Adlersruhe			Erste gesicherte Passage			Kletterstück unterhalb der Erzherzog-Johann-Hütte			Großglockner und Erzherzog-Johann-Hütte			Abendrot - Der Großvenediger ist gut zu Erkennen			Sonnenaufgang auf 3450 über dem Meer			Groß- und Kleinglockner im Morgenrot			Stau ab der Oberen Glocknerscharte			Am Gipfelkreuz angekommen			Stüdlhütte beim Abstieg

Kommentare

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Hinweise

Achtung: Jeder, der in den Bergen unterwegs ist muss für sich selbst Verantwortung übernehmen. Für die Angaben in diesem Tourenbericht wird keine Gewähr für Richtigkeit oder Aktualität übernommen. Wenn Sie in den Bergen unterwegs sind informieren Sie sich vorher ausreichend, fragen Gebietskenner und gehen Sie niemals ohne Karte in für Sie fremdes Gelände. Die Zeit und Schwierigkeit sind persönliche subjektive Einschätzungen des Autors - diese können sich von den Ihren grundlegend unterscheiden. Höhenangaben können relativ oder absolut abgegeben sein, was zur Folge hat, dass es oft mehr als die dargestellte Höhendifferenz zu erklimmen gilt. Beachten Sie, ob sie passende Ausrüstung für Notfälle mit sich führen. Weiteres dazu im Impressum. Die Autoren von Wikiberge.de sind stets bemüht bei veränderter Lage die Berichte anzupassen. Allerdings wird nicht jede Tour jedes Jahr wiederholt. Falls Ihnen Fehler auffallen oder Sie der Meinung sind, dass die Bewertung nicht passend gewählt ist, so nehmen Sie doch Kontakt zu uns auf.

Autor dieser Tour: Michael Mertel. Der Tourenbericht stammt aus dem Jahr 2010. Die letzte Aktualisierung fand vor 4 Jahren statt.